Qualität gegen Quantität im Turnierstyling

Am einfachsten ist die Problematik am Beispiel des Turnier-Make-ups zu beleuchten. Den Tänzerinnen ist bewusst, dass das Turnier-Make-up „stärker“ sein sollte als ein Abend- oder Tages-Make-up. Häufig mündet diese Vorstellung in den Sieg der Quantität über die Qualität.

Auf der Bühne ist die Entfernung vom Publikum konstant. Auf der Fläche ist dies allerdings anders. So können wir nicht einfach die Prinzipien der Theaterschminke auf das Turnier-Make-up übertragen. Weiße und Rote Königinnen oder Hutmacher haben auf dem Parkett nichts zu suchen, es sei denn, es ist eine Show.

Was bedeutet dann „stark“ und was muss „stark“ sein? Es bedeutet letztendlich: hoher Kontrast. Einige Beispiele:

– Nude-Lippenstift stellt keinen starken Kontrast zur Hautfarbe dar und ist schlecht aus der Entfernung zu sehen, Rot ist besser sichtbar. Der Anspruch, eine passende Farbnuance auszusuchen und akkurat aufzutragen, bleibt davon unberührt!

– Nur Foundation Auftragen macht jedes Gesicht zum unklaren Oval fast ohne Nase, Backenknochen und feste Konturen. Starke Konturierung ist ein Muss!

– Augenbrauen gehören zu dem nötigen „Rahmen“, sie müssen stark betont werden, sonst sind die Rahmen für das Augen-Make-up weg. Da würde ich die Weiße Königin gern zum Vorbild nehmen!

Einige Damen konzentrieren sich voll auf das Augen-Make-up und versuchen, dort so viel Kontrast wie möglich zu produzieren. Und das gelingt: Auf dem Gesicht ohne Schatten und mit wenig sichtbaren Augenbrauen leuchten Lidschatten in Blau, Grün oder Orange (passend zum Kleid!) betont mit dem schwarzen Eyeliner, der leider während des Tanzens langsam abfließt oder sich im besten Falle unauffällig verabschiedet.

Sollte sich jemand erkannt haben, kann er (oder eher sie) ruhig sauer werden. Auf meiner Seite habe ich vor, die Wahrheit zu sagen. Und die Wahrheit ist: Ein qualitatives Abend-Make-up oder sogar Tages-Make-up wäre an der Stelle viel besser und angemessener. Ähnlich wie eine saubere Basic gegen ein außer Takt gebrachtes B-Programm gewinnen muss!

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