Farbiges Make-up und die Farbe des Turnier-Kleides: Doppelgänger oder Antagonisten?

Ein professionelles Make-up für den Tanzsport ist leicht zu erkennen: Es ist kontrastvoll und unterstreicht (und ggf. vergrößert) alle Gesichtszüge. Die Farbe ist dabei kein Kriterium der Qualität: Monochrome Make-ups sind ebenso beliebt und verbreitet wie mehrfarbige.

Oft gehen aber die Damen davon aus, dass die Farbe des Kleides die Wahl der Farbe für das Augen-Make-up bestimmt bzw. eine wichtige Rolle dabei spielt. Wahr oder falsch?

Ein spielerisches Experiment vorweg. Auf dem Bild sind fünf schöne farbige Make-ups vorgestellt. Wäre es evtl. möglich, anhand dieser Make-ups darüber zu spekulieren, welche Kleiderfarbe die Damen jeweils tragen? Wäre das Kleid zum Make-up Nr. 1 blau-beerenrot und zur Nr. 2 türkis? Formuliere gern deine Hypothese, gleich kommt auch die Antwort.

1. Hier sind wir mit der favorisierten Lösung konfrontiert – das Make-up, welches perfekt mit den Kleiderfarben abgestimmt ist. So ein buntes Make-up verlangt allerdings eine absolut virtuose Technik. Ist sie vorhanden, kann „die Farbe zum Kleid“ ohne Frage eine gute Strategie für das Augen-Make-up werden. Und nicht nur fürs Augen-Make-up ...

2. Im Gegenteil zum ersten Beispiel ist das auffällige Make-up in Türkis zu dem weißen Kleid ausgewählt worden, also nicht passend zur Kleiderfarbe. Trotzdem ist die Kombination wunderschön: Das Augen-Make-up bringt eine farbige Note ist den ziemlich neutralen Gesamtlook. Wäre das Kleid türkis, könnte das Augen-Make-up in gleicher Farbe schnell „too much“ werden. So trägt dieselbe Dame zum türkisfarbenen Kleid auch ein anderes Make-up, in dem Türkis für kleinere Akzente genutzt ist.

3. Neongelb auf der Tanzfläche ist eine sehr starke Aussage. Sie braucht keine überflüssige Wiederholung im Make-up. Warme Naturfarben sind dagegen die besten Partner für diesen Look.

4. Das zurückhaltende Blau könnte einfach nur ein schöner Akzent zu den braunen Augen sein. In dem Fall harmoniert es aber dazu noch mit beiden Kleidern der Dame. Auf dem ersten gibt es Steine und Verzierung im selben Ton. Das zweite Kleid ist eine direkte Bestätigung der These, dass „die Make-up-Farbe zum Kleid“ bei der professionellen Umsetzung keinesfalls ein Tabu wäre.

5. Und wenn die Dame mindestens drei Kleider für ein Turnier hat, wie es die meisten Top-Tänzerinnen praktizieren? Dann kann das farbige Make-up in der Harmonie mit der Tanzdame – ihrem Typ, ihrer Haut- und Augenfarbe, ihrer Stimmung letztendlich – stehen und braucht keine Unterstützung vom Kleid. Beide arbeiten als Partner und präsentieren die Tänzerin im besten Licht.

Und hiermit ist das letzte Vorurteil – bei den unterschiedlichen Kleidern ist nur ein farbneutrales Make-up möglich – weg vom Tisch.

Was ist denn richtig? Dieselbe Farbe wie beim Kleid zu nehmen oder diese zu vermeiden? Es gibt keine eindeutige Antwort. Die Arbeit der Profis ist immer variationsreich und flexibel. Übernimmt die Dame selbst ihr Tanz-Make-up, so ist eins klar: Die Entscheidung hängt direkt davon ab, wie gut diese Dame mit dem eigenen Turnier-Make-up zurechtkommt.

In Worte gefasst: Je höher die professionellen Fertigkeiten im Make-up, desto weniger gefährlich und mehr empfohlen wird die Nutzung der Farben. Oder andersrum: Je unsicherer die Technik, desto mehr sollte sich die Dame auf die Naturtöne verlassen und die bunten Farben im Make-up vermeiden.

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