Die Farbwahl im Make-up

Was ist „passend zum Kleid“ und soll es überhaupt so sein?

Die Hauptthese zunächst: Die Farbe des Turnier-Make-ups wird nicht zwangsläufig zur Farbe des Kleides ausgewählt. Und wenn die Kleiderfarbe eine Rolle spielt, ist sie keinesfalls das Erste, was bei der Wahl berücksichtigt wird.

Diese Behauptung mag viele verunsichern: „Moment mal, das Erste, was die Stylistin bei dem Schminktermin sehen wollte, war das Foto meines Kleides!“

Ja, die Stylisten schauen sich Kleider an. Ich auch. Bei der Frisur bestimmen das Kleid sowie seine Farben oft die Wahl der Verzierung: Strassdekoration z. B. wird farbig dem Kleid angepasst. Aber beim Make-up ist es anders. Für die Kollegen kann ich nicht sprechen, aber ich selbst schaue hauptsächlich auf den Stil des Kleides. Ist es sehr voluminös und prächtig dekoriert? Oder minimalistisch und elegant? Sollte das Make-up zum Ausgleich dezent sein oder im Gegenteil das Gesamtbild aufpeppen?

Häufig fragen die Visagistinnen nicht nach dem Foto, sondern bitten einfach, das Kleid zu beschreiben. Daraus, wie die Dame ihr Kleid beschreibt, kann ein Profi die der Kundin passende Stilrichtung unproblematisch raushören.

Was muss bei der Wahl der Farbe berücksichtigt werden? Hier drei wichtige Regeln.

1. Die Form vor der Farbe.

Die Farbe kann das Make-up auffälliger und interessanter machen. Aber keine Farbe kann mangelhafte Schminktechnik aufbessern. Daher ist die Arbeit an der Form die Priorität bzw. Basis, während die Arbeit mit der Farbe eine fortgeschrittene Stufe darstellt. 

Bist Du mit Deinem Make-up noch unsicher bzw. bildest Du noch Deine Routine aus, kannst Du die Farbe gern komplett ausklammern. Es gibt Tausende wunderschöne Augen-Make-ups in Schwarz-Braun-Beige. Von einer Farbe würde ich aber stark abraten bzw. vor ihr warnen – Grau. Es ist fast immer eine schlechte Wahl für die Tanzfläche.  

2. Naturfarben haben den Vorrang.

Übergänge bzw. Verblendungsstellen sollen am liebsten in Naturfarben gehalten werden. Dabei ist Rot und seine Töne übrigens eine für die Haut natürliche Farbe, während Blau und Grün weniger an das gesunde Aussehen erinnern.

Blau zum blauen Kleid ist nur dann akzeptabel, wenn es mit der professionellen Technik und mit naturfarbenen, perfekt verblendeten Übergängen verbunden ist. Ansonsten s. Punkt 1.

3. Passend? – zum Typ!

Farben werden in erster Linie zum Gesicht ausgesucht und nicht zum Kleid. So habe ich Akzente in Türkis zu meiner schwarz-rosa Standardkleidung von einer Stylistin bekommen. Es war für mich keine Überraschung, denn genau diese Farbe nutze ich für mich auch, weil Türkis meine Augen perfekt zum Strahlen bringt (und nicht nur meine, dieser universelle Akzent passt fast zu allen Augenfarben). Außerdem steht Türkis im schönen Kontras zu den beiden Farben meines Kleides.

Also wenn eine Farbe zum Kleid, dann lieber eine Kontrastfarbe. Dies bringt mehr als Blau zu Blau und Grün zu Grün.

Apropos „Blau zu Blau und Grün zu Grün“: Es ist auch schön, wenn die Farbe des Kleides im Make-up reflektiert wird. Aber lieber als Akzent, nicht als Hauptfarbe. Die besten Stellen für Akzente sind:

  • unteres Lid,
  • die Innenecken der Augen,
  • das Zentrum des beweglichen Oberlides (vorausgesetzt, die Dame hat keine Schlupflider, in dem Fall ist ein farbiger Akzent an dieser Stelle ziemlich sinnlos).

PS: Falls Du Dich für ein monochromes Make-up entscheidest, ist die Qual der Farbwahl noch nicht komplett ausgeschlossen. Neben den natürlichen schwarz-braun-beigefarbenen Tönen musst Du immerhin eine Farbe aussuchen, nämlich für das Lippen-Make-up.

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